Büchertipps  von Frau Anselm 2009/10

 
Peter James: Stirb ewig (Thriller)
Inhalt: Michael will in drei Tagen heiraten und zwar die wunderschöne Ashley. Ein Jungesellenabschied gehört natürlich auch dazu. Michaels Freunde haben eine Sauftour geplant - glaubt er. Am Anfang ist auch alles wunderbar. Michael ist schon ziemlich betrunken, da wird er von seinen Freunden in einen Sarg gesperrt und vergraben. Die Freunde wollen Michael die ganze Streiche, die er ihnen in der Vergangenheit gespielt hat, heimzahlen. Im Sarg befinden sich ein Atemschlauch, eine Flasche Whiskey, eine Taschenlampe, ein Männermagazin und ein Walkie-Talkie, mit dem er Kontakt zu ihnen halten kann. Seine Freunde wollen ihn nur ein paar Stunden im Sarg lassen und fahren nach Michaels "Beerdigung" in die nächste Kneipe. Sie kommen jedoch nie dort an, denn sie verunglücken auf dem Weg dorthin tödlich…
Fazit: Mit diesem horrormäßigen Paukenschlag startet Peter James sein absolut nervenaufreibendes Suchspiel. Was dann folgt ist haarsträubend und für mich als Klaustrophobiker ein absoluter Albtraum. Dieser Thriller ist nichts für schwache Nerven. Der Autor beschreibt beklemmend, wie es Michael in dem Sarg ergeht und man muss als hilfloser Leser mitfiebern, ob dieser in seinem unfreiwillen „Versteck“ jemals gefunden wird. Die Zeit tickt unaufhaltsam, denn langsam dringt Grundwasser in den Sarg ein und Michael droht zu ertrinken…die Hölle sieht genauso aus. (8, 95 Euro)
 
Charlotte Link: Das andere Kind (Thriller)
Inhalt: In dem nordenglischen Küstenstädtchen Scarborough wird eine junge Studentin scheinbar sinnlos erschlagen. Der Fall kann nicht aufgeklärt werden, und wie das so ist: Im Lauf der Tage und Wochen gerät er in Vergessenheit. Doch dann geschieht ein weiterer Mord: Nach einer Verlobungsfeier auf einer einsam gelegenen Farm, bei der es zu einem Streit gekommen war, bricht die achtzigjährige Fiona überhastet auf und wird auf dem Heimweg getötet – auf die gleiche Weise wie drei Monate zuvor die Studentin. Es muss einen Zusammenhang geben – aber welchen?
Fazit: Wieder ein neuer page-turner von meiner Lieblings-Autorin Charlotte Link. Die Autorin versteht es blendend, in einfacher Sprache höchste Spannung aufzubauen und –was mir besonders gefällt - falsche Fährten zu legen. So ist der Roman einerseits ein ganz klassischer „Whodunit“ in der englischen Erzähltradition, andererseits zeigt er, wozu der Mensch fähig ist, wohin Lieblosigkeit und Gleichgültigkeit führen können und was jahrzehntelang verdrängte Schuld auslösen kann. Leider bis jetzt nur als gebundene Ausgabe, weil noch sehr neu. (24, 95 Euro)
 
Oliver Pötzsch: Die Henkerstochter und der schwarze Mönch (historischer Roman)
Inhalt: Im Mittelpunkt stehen wieder der Henker Jakob Kuisl, seine Tochter Magdalena und der Arzt Simon Fronwieser, die in einem Giftmordfall ermitteln. Der Tod des Pfarrers führt sie zum Sarkophag eines Tempelritters, auf dem sie rätselhafte Hinweise auf den Schatz des Ordens entdecken, der seit vielen Jahrhunderten verschwunden ist. Sie nehmen die Spur auf und machen sich daran, die Rätsel zu lösen, die der Ritter hinterlassen hat. Doch sind sie nicht die einzigen, die den Schatz suchen. Neben einer brutalen Räuberbande sind auch Fanatiker in schwarzen Kutten dem Geheimnis auf der Spur und gehen bei ihrer Suche äußerst skrupellos vor…
Fazit: Auch in seinem zweiten historischen Kriminalroman entführt Oliver Pötzsch seine Leser ins bayerische Schongau Mitte des 17. Jahrhunderts. Neben der fesselnden Handlung kann Oliver Pötzsch mit interessanten Einblicken in die damalige Zeit überzeugen. Man erfährt viel Wissenswertes über die Scharfrichterei sowie über den Stand der Medizin und Heilkunde. Der Autor, selbst Nachfahre der tatsächlich in Schongau lebenden Henkersfamilie Kuisl, hat glänzend recherchiert und jede Menge Detailwissen zusammengetragen, das er geschickt in die Geschichte einwebt. Die Charaktere sind eigenwillig und lebendig beschrieben. Wie auch schon der Vorgänger ein äußerst packender historischer Roman mit sympathischen Figuren. (9, 95 Euro)
 
Sabine Weigand:  „Die Markgräfin“

Das besondere Buch
(Besprechung auf einer extra Seite!)

Ja Wahnsinn! Nicht mal der Sonnenuntergang in Kroatien (und der war echt gut) konnte mich so fesseln wie dieser Historische Roman von Sabine Weigand! War ich schon von dem Buch „Das Perlenmedaillon“ in Bann gezogen, bin ich nun nach der Lektüre der „Markgräfin“ absoluter Fan dieser Autorin aus Franken. mehr ...
 
Krystyna Kuhn: Dornröschengift (Arena Thriller für Jugendliche)
Inhalt: Sophie kann es nicht fassen, dass ihr Bruder tot sein soll, gestorben bei einem Tauchunfall in Australien. Doch dann kommt Mikes Freund nach Deutschland und kann die Lücke ein wenig ausfüllen. Bis wieder etwas Entsetzliches passiert und Sophie misstrauisch wird...
Fazit: Eine Empfehlung an alle Thriller-Fans, unglaublich spannend und fesselnd geschrieben – wie fast alle Bücher der Reihe! (8, 95 Euro)
 

Ulrike Schweikert: Die Hexe und die Heilige (Historischer Roman)

Inhalt: Deutschland im 16. Jahrhundert. In einer reichen Kaufmannsfamilie kommen die Zwillinge Sibylla und Helena zur Welt. Dass Zwillinge Unglück bedeuten, glaubt damals fast jeder. Als die beiden im Alter von fünf Jahren den Tod des Vaters vorhersehen, steckt die Mutter Helena kurzerhand in ein Kloster. Ohne die Schwester wird das Leben für Sibylla immer schwieriger, sie geht weg von zu Hause und bei einer Hebamme in die Lehre. Doch erneut braut sich Unheil am Horizont zusammen. Sibylla wird zum reichen Vogt gerufen, dessen Tochter sie von einer ungewollten Schwangerschaft befreien soll. Der Vogt ist fasziniert von der eigenwilligen Sibylla und verliebt sich in sie, und sie wird bald so etwas wie seine Vertraute. In diesen Zeiten aber ist es gefährlich, die Geheimnisse der Mächtigen zu kennen. Sibylla wird von den Häschern der Inquisition festgenommen, und diesmal scheint ihr keiner helfen zu können...
Fazit: Als ich dieses Buch gelesen hatte, war ich richtig dankbar und erleichtert, dass ich nicht vor 400 Jahren gelebt habe! Ausgerechnet in Ellwangen, der Hochburg der Hexenverfolgung der katholischen Kirche, lernt Sibylla den Beruf der Hebamme. Es ist klar, dass auch sie letztendlich verhaftet und gefoltert wird. Wird sie tatsächlich als Hexe auf dem Scheiterhaufen enden oder kann sie diesem Schicksal entgehen? Das gilt es lesend herauszufinden, ist wahnsinnig spannend und das Ende irre verblüffend und tragisch! Unbedingt lesen! (8, 95 Euro)

 

Michael Siefener: Tod im Weinkontor (Historischer Krimi)

Inhalt: Köln im Jahre 1474: Der Geistliche Andreas Bergheim kehrt nach längerem Rom-Aufenthalt in seine Heimatstadt Köln zurück. Dort erwartet ihn eine traurige Nachricht. Sein bester Freund, der Ratsherr und Weinhändler Ludwig Leyendecker, hat sich das Leben genommen. Er soll mit dem Teufel im Bunde gewesen sein, tuschelt man hinter vorgehaltener Hand. Elisabeth Bonenberg zweifelt am Selbstmord ihres Bruders Ludwig und bittet Bergheim um Hilfe. Kann Andreas Bergheim den rätselhaften Tod seines Freundes aufklären? Und welches Geheimnis umgibt Elisabeth, deren schönes Antlitz den Kaplan auch im Traum nicht mehr loslässt...
Fazit: Das Buch bietet Spannung, Grusel und eine humorvoll geschilderte Liebesgeschichte zugleich. Der gelehrsame Autor lässt seinen detektivisch begabten Helden, den Priester Andreas, in Köln auf die Jagd nach dem Mörder seines Freundes gehen. Mittelalterlicher Glauben und Aberglaube wird anschaulich geschildert und man hat das Gefühl, als würde man selbst durch das alte Köln wandern, so lebensnah beschreibt Siefener die Stadt vor fünfhundert Jahren. Ein Buch, das man kaum aus der Hand legen mag. (8, 95 Euro)

 

Daniel Glattauer: Gut gegen Nordwind (Liebesgeschichte)

Inhalt: Emmi Rothner will eigentlich nur ein Zeitschriftenabo kündigen. Doch durch einen Tippfehler landet ihre E-Mail bei Leo Leike, und zwischen den beiden entflammt ein zunächst zaghafter, mit der Zeit immer leidenschaftlicher Onlineflirt. Aber Leo ist für Emmi nicht nur "gut gegen Nordwind", der sie nicht schlafen lässt, Leo wird zu ihrem Lebensmittelpunkt, und sie für ihn zu jemandem, den er nicht mehr missen möchte - aber Emmi ist verheiratet…
Fazit: Daniel Glattauer gelingt ein wunderschön romantischer und witziger Roman, der niemals ins Kitschige abrutscht. Es passiert selten, dass ich nach den ersten zwei Seiten eines Buches dermaßen gepackt bin, dass ich unbedingt wissen will, wie diese Geschichte endet. Und auch das Ende, das weh tut, erwartet man nicht. Eine der besten Liebesgeschichten der Literatur, unbedingt lesen! (7, 95 Euro)

 

Daniel Glattauer: Alle sieben Wellen (Fortsetzung von „Gut gegen Nordwind“)

Inhalt: „Wie es mit uns weitergehen soll, Leo? – Weiter wie bisher. Wohin? Nirgendwohin. Einfach nur weiter. Du lebst dein Leben. Ich lebe mein Leben. Und den Rest leben wir gemeinsam.“
Fazit: Alle sieben Wellen reicht nicht ganz an Gut gegen Nordwind heran. Ein kleines bisschen Schwung ist verloren gegangen, da die Grundidee vielleicht nicht mehr so überrascht wie beim Vorgänger. Dennoch ist das Buch weiterhin ein echter „Pageturner“, der wieder eine Fülle an überraschenden Wendungen bereithält. „Einer der zauberhaftesten und klügsten Liebesdialoge der Gegenwart“, schreibt „Der Spiegel“, dem kann ich mich nur anschließen. Bis jetzt nur in der gebundenen Ausgabe, weil erst erschienen. (17, 95 Euro)

 
Viel Spaß beim Schmökern, eure Ans
 

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